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Gedenktag aus Anlass des 75. Jahrestages der Bücherverbrennung am 7. Mai 2008, 19 Uhr in der Stadtbücherei Coburg.

In einer gemeinsamen Veranstaltung von Landesbibliothek und Stadtbücherei Coburg wird an die Bücherverbrennung in Coburg am 7. Mai 1933 erinnert. Das Programm:

Grußwort: Oberbürgermeister Norbert Kastner
Lesung aus Dokumenten und Texten „verbrannter" Schriftsteller. Sprecher: Klaus-Dieter König
Moderation und Textauswahl: Edmund Frey (Landesbibliothek); Brigitte Maisch (Stadtbücherei)

Eintritt frei

Vor 75 Jahren brannten in vielen deutschen Städten die Scheiterhaufen, auf denen deutsche Studenten so genannte „Schund- und Schmutzschriften", „marxistische Literatur", „Asphaltliteratur" und „undeutsches" Schrifttum unter dem Beifall der Menge und geschützt durch Polizei und SA-Truppen vernichteten. In Coburg war dafür die „Hitlerjugend" unter Anleitung ihres Unterbannführers und Leiters der Volksbücherei, Studienrat Franz Heimberger, verantwortlich. Auch hier fand dieser barbarische Akt öffentlich statt. Nach dem Kirchgang in St. Moriz zog man „mit klingendem Spiel" durch die Stadt und entzündete im nach dem Schlossplatz gelegenen Hof der Ehrenburg am neu geschaffenen „Tag der Jugend" in Bayern den Scheiterhaufen. Verbrannt werden sollten Schriften „jeglichen marxistischen, pazifistischen und demokratischen" Inhalts. Nach Empfehlung des Beauftragten der HJ beim bayerischen Staatsministerium erhielt die Coburger Hilterjugend vom Polizeiamt der Stadt Coburg entsprechendes Material. Es handelte sich dabei möglicherweise auch um Schriften, die Studienrat Heimberger als Beauftragter des Stadtrates in den kommerziellen Leihbüchereien beschlagnahmt hatte. Dazu gehörte der Verfasser erotischer Romane Pitigrilli, aber auch Autoren wie Erich Maria Remarque, Vicki Baum und Heinrich Mann.

In den im Stadtarchiv aufbewahrten Akten der Magistratsverwaltung befindet sich ein Verzeichnis der für die „Bücher- und Schriftenverbrennung" unter dem Motto „Nie wieder Marxismus" herausgegebenen Schriften. Dieses zählt 34 Druckschriften wie „Sozialistische Arbeiterjugend" und „So kommen wir zum Sozialismus", 15 Hefte der Wochenzeitschrift „Arbeiterjugend" und 50 Plakate auf.

Grußwort von Oberbürgermeister Kastner: LINK

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