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16. Jahrhundert

Historischer Kontext

 

Im südlich des Thüringer Waldes gelegenen fränkischen Gebiet des Kurfürstentums Sachsen wird 1542 für Johann Ernst (1521-1553), Halbbruder Kurfürst Johann Friedrichs I. (des Großmütigen, 1503-1554), eine selbstständige Herrschaft mit Coburg als Residenz errichtet. Die Hofhaltung wird von der Veste in das von 1543 bis 1549 neu erbaute Stadtschloss Ehrenburg verlegt. Darin gab es von Anfang an eine Bibliothek, aus der noch wenige Titel erhalten sind.

 

 

Einer der wenigen erhaltenen Titel aus der Bibliothek von Johann Ernst: Einband Cas A 549 mit den Initialen J[ohann[ E[rnst]. Signatur Cas A 549.

 

Bis 1547 stammten die sächsischen Kurfürsten aus der ernestinischen Linie der Wettiner. Die Ernestiner standen Anfang des 16. Jahrhunderts auf dem Höhepunkt ihrer Macht. Ihr Hof in Wittenberg, Torgau und Weimar war ein Zentrum des Renaissance-Humanismus. Die Reformation nahm in diesem Umfeld ihren Ausgang. Der politisch-militärische Einsatz der Ernestiner für die Reformation und ihre reichspolitischen Vorhaben scheiterten. Nach der Niederlage des von ihm angeführten Schmalkaldischen Bundes wurde Kurfürst Johann Friedrich I. am 24. April 1547 gefangen genommen. Die Ernestiner mussten den Verlust der Kurwürde sowie nachhaltige Gebiets- und Machtverluste hinnehmen, darunter ihre Residenz- und Universitätsstadt Wittenberg. Gegen die Einbußen begehrte im westlichen Teil des verbliebenen ernestinischen Herzogtums Sachsen Johann Friedrich II. (der Mittlere, 1529-1595) auf, was die Lage nur noch verschlimmerte. 1567 wurde er in lebenslange kaiserliche Gefangenschaft abgeführt und Schloss Grimmenstein in Gotha völlig zerstört.      

 

Nach Jahren der Wirren und Katastrophen baute Johann Casimir (1564-1633), Enkel Kurfürst Johann Friedrichs I. und Sohn Herzog Johann Friedrichs II., Coburg endgültig zu einer ernestinischen Residenzstadt aus. Er stand unter dem Eindruck der Schmach, die seine unmittelbaren Vorfahren erlitten hatten. Den Tag der Gefangennahme seines Großvaters etwa hat er eigenhändig in einen in der Landesbibliothek Coburg erhaltenen Kalender für 1579 eingetragen.

 

 

Unter dem 24. April hat Herzog Johann Casimir handschriftlich eingetragen: ++++1547 ist großhervater gefangen worden. Signatur: W III 12/11.

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