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20. Jahrhundert

Ende des Herzogtums 1918

 

Vor dem Hintergrund der tief greifenden politischen Veränderungen nach dem Ersten Weltkrieg verzichtete Herzog Carl Eduard von Sachsen-Coburg und Gotha (1884-1954) auf den Thron. Die beiden Teile des seit 1826 durch einen gemeinsamen Herrscher verbundenen Doppelherzogtums Sachsen-Coburg und Gotha nahmen eine getrennte Entwicklung. Im Coburger Teil entstand der Freistaat Coburg, dessen selbstständige Existenz von vornherein nicht als Dauerlösung gesehen wurde. Fraglich war allerdings, Teil welchen größeren Staates er werden sollte. Thüringen, Preußen und Bayern kamen in Frage. In einer Volksabstimmung sprach sich die Bevölkerung eingedenk ihrer fränkischen Wurzeln und in Erwartung einer günstigen Versorgungslage für Bayern aus. Am 14. Februar 1920 schlossen die Freistaaten Coburg und Bayern einen Staatsvertrag über die Vereinigung Coburgs mit Bayern. Am 30. April 1920 wurde ein entsprechendes Reichsgesetz beschlossen. Es trat am 1. Juli 1920 in Kraft, womit beide Gebiete zu einer politischen Einheit wurden. <LINK> Im Jahr zuvor war durch einen Abfindungsvertrag <LINK> mit dem Herzog der künftige Umgang mit den verschiedenen Vermögensmassen (Privat-, Haus-, Domänen- und Staatseigentum) geregelt worden. Die wertvollen Sammlungen sollten dauerhaft an den untergehenden Staat gebunden und der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden. Zu diesem Zweck wurde mit Gesetz vom 9. August 1919 eine Landesstiftung ins Leben gerufen <LINK>, in deren Eigentum der einst herzogliche Kulturbesitz überging. Das als Finanzierungsgrundlage angedachte Domänengut wurde allerdings zu staatlichem Eigentum, zunächst des Freistaats Coburg, dann des Freistaats Bayern. Nur die Hälfte des Reinerlöses sollte der Finanzierung der Stiftung dienen.

 
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